Aktuelle „Blitzlichter“ aus unserer Umwelt-Region (CO-Pipeline und Fracking)

Autor: Ulrich Bruns (Breitscheider Bote Heft 10)

CO-Pipeline:

 In erster Linie wird natürlich von jedem Interessierten die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVG) wissbegierig erwartet – bekanntlich mahlen allerdings auch dort die Mühlen langsam. Erhofft wird seit langer Zeit die Bestätigung, dass die Inbetriebnahme der Pipeline verfassungswidrig wäre, was sicherlich das lang ersehnte AUS bedeuten würde.

Die „Ruhe in der Zwischenzeit“ ist nur vermeintlich und täuscht. So kann man sich erneut nur mit heftigem Kopfschütteln darüber wundern, wie welt- und gegenwartsfremd sowie äußerst egoistisch die Industrie, hier z.B. Bayer-Chef Marijn Dekkers in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung propagiert, in dem er von der Bevölkerung wieder einmal mehr die „Bereitschaft zum Risiko“ erwartet – dazu möchte er die „Vorbehalte der Bürger durch die Unternehmen beantworten lassen“! Weitere Kommentare zu diesem höchst bemerkenswerten Ansinnen sind aufgrund der vielfach gegebenen Ausführungen überflüssig.

Erfreulicherweise und dazu nicht nur zeitlich passend, kommt hier ein weiterer Appell von jetzt 94 Ärzten an den Bayer-Vorstand ins Spiel, in dem u.a. ein sofortiger Schluss mit dem CO-Giftgas-Transport gefordert wird. Die medizinischen Fachleute begründen u.a., dass es bei einem etwaigen Unfall kaum Rettungsmöglichkeiten gibt, zumal das nicht wahrnehmbare CO schon in geringsten Mengen für Menschen zu Ohnmacht und Tod führen kann. Bezeichnet wird diese Bayer-Planung als „Hochrisiko-Projekt außerhalb des Werksgeländes“, mit einer ständigen Gefahr für Anwohner!

Fracking:

Auch zu diesem Umwelt-Gefahrenblock könnte man unsere letzten Ausführungen fast deckungsgleich wiederholen. In der BRD (Bundestag / Parlament) existiert nach wie vor keine einheitliche Ablehnung gegen dieses definitiv umweltschädigende Verfahren.

Zudem versucht „die Industrie“, unvermindert Schlupflöcher zu finden, wie gehabt mit zum Teil fadenscheinigen und merkwürdigen Argumenten, letztlich doch Fracking einzusetzen, so auch der in dem CO-Artikel erwähnte Herr Dekkers, der mit dem Verweis auf die USA dieses Verfahren als eine „sinnvolle Alternative für Deutschland“ hervorhob – man solle es wenigstens erproben.

Aktuell ist jedoch positiv festzustellen, dass NRW die umstrittene Fracking-Technik künftig landesweit ausschließt – zumindest aus heutiger Sicht. Allerdings sollen Probebohrungen erlaubt bleiben, was man demzufolge nur als halbherzige Entscheidung bezeichnen kann, zumal die ökologischen Risiken, resp. die davon ausgehenden Gefahren ebenfalls unkalkulierbar sind. Also leider nur vorläufige Teil-Entwarnung, zumindest vor unserer Haustür.

Neben NRW hat auch Niedersachsen, als Kernland der Gasförderung, seit Längerem ein Moratorium definiert, was durchaus noch ein paar Jahre Bestand haben kann, ehe erneut langwierige und weitreichende Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt werden. So muss es sein!

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