Volkstrauertag 18. November 2012 – Ansprache zum Gedenktag vom Vorsitzenden der Bürgerschaft Breitscheid e.V.

Zum diesjährigen Volkstrauertag wurde, wie jedes Jahr, auch am Breitscheider Ehrenmal an der „Alten Kölner Straße“ eine Gedenkfeier abgehalten. Der durchgehende Nieselregen bot zwar, ganz in Novembermanier, einen trüben Hintergrund. Trotzdem ließen sich ca. 40 Breitscheider Bürger und Bürgerinnen nicht von der Teilnahme an dieser kurzen Besinnung abhalten. Traditionsgemäß versammelten sie sich zusammen mit zahlreichen Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr Breitscheids. Im Rahmen eines kurzen Festaktes wurden die Ansprachen zum Tage von der stellvertretenden Bürgermeisterin, Frau Anne Korzonnek und Herrn Krekler von der Bürgerschaft Breitscheid e.V. gehalten. Damit sich der Anspruch, der sich mit den aller Orten gehaltenen Gedenkreden verbindet, nicht nur auf diesen einen Tag konzentriert sondern sich auch auf unser künftiges Denken und Handeln auswirken kann, drucken wir gerne die Rede unseres Vorsitzenden an dieser Stelle ab:

 

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Korzonnek,

liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Jahrhundertelang war Europa ein Kontinent kriegerischer Auseinandersetzungen mit unermesslichem Leid, Elend und Tod. Seit mehr als 60 Jahren – seit Ende des 2. Weltkrieges 1945 – herrscht Friede in unserem Lande. Inzwischen ist eine junge Generation herangewachsen, die die Schrecken des Krieges nicht selbst erlebt hat wie wir „alten Zeitzeugen“. Brauchen wir da noch einen Gedenktag für die Kriegsopfer?

Ja! Wir brauchen die Erinnerung an mehr als 60 Millionen Tote während zweier Weltkriege und an die Menschen, die bei der Flucht und Vertreibung aus ihrer Heimat sowie in den Vernichtungslagern des Naziterrors ihr Leben lassen mussten. Diese schreckliche Vergangenheit muss uns immer eine Mahnung sein, Kriege als Mittel der Konfliktbewältigung ein für alle Mal zu ächten.

Deshalb wurde im Jahre 1952 vom Deutschen Bundestag der Volkstrauertag eingeführt, der in jedem Jahr am dritten Sonntag im November begangen wird. Die zentrale Gedenkfeier in Ratingen findet heute Mittag im Stadttheater statt. In den Außenbezirken veranstaltet die Stadtverwaltung lokale Gedenkfeiern, wie jetzt hier in Breitscheid. Frau Anne Korzonnek, stellv. Bürgermeisterin, wird im Namen der Stadt das Wort ergreifen und einen Kranz zu Ehren der gefallenen Mitbürger und den Opfern des Naziterrors niederlegen.

Vor mehr als 30 Jahren wurde das Ehrenmal in Breitscheid von der Stadt mit Unterstützung der Bürgerschaft Breitscheid e.V. errichtet und am Volkstrauertag im November des Jahres 1979 als Gedenkstätte eingeweiht. Auch die freiwillige Feuerwehr Breitscheid war von Anfang an maßgeblich an den Gedenkfeiern beteiligt. So wollen wir auch heute – wie alle Jahre – an die Toten und Opfer von Terror und Gewalt erinnern und uns der Verpflichtung für Frieden und Freiheit der Menschenin unserem Lande bewusst sein: Im Großen wie im Kleinen – zwischen Völkern und Ethnien. Jeder Einzelne von uns ist gefordert, Respekt und Toleranz gegenüber seinen Mitmenschen zu üben!

Wie in den vergangenen Jahren wird die Feier von Frank Düppenbecker, seinem Sohn und Koenen jun. musikalisch begleitet. Zum Schluss werden sie mit ihren Trompeten das Lied vom „Guten Kameraden“ intonieren.

Wer von Ihnen kennt den Text von 1809 (Ludwig Uhland) dieser bewegenden Melodie noch auswendig?

Ich will ihn kurz zitieren:

„Der gute Kamerad“

Ich hatt‘ einen Kameraden, einen bessern find‘st Du nit.

Die Trommel schlug zum Streite, er ging an meiner Seite

im selben Schritt und Tritt.

Eine Kugel kam geflogen, gilt‘s mir oder gilt’s Dir?

Ihn hat es weggerissen, er liegt mir vor den Füssen,

als wär’s ein Stück von mir!

Will mir die Hand noch reichen, derweil ich eben lad.

Kann Dir die Hand nicht geben, bleib Du im ew’gen Leben:

mein guter Kamerad!

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