Relativ Aktuelles zu unseren Stammthemen CO-Pipeline sowie Fracking

Autor: Ulrich Bruns

Beide Themen haben zweifelsfrei eins gemeinsam: Niemals dürfen sie in Betrieb genommen werden, denn sie würden in einem Ernstfall vorprogrammiert sehr viele irreversible Schäden mit äußerst negativen Folgen anrichten. Hierzu sind (auch von uns) mannigfaltige Beschreibungen erstellt worden, sodass wir an dieser Stelle nicht weiter ausführen brauchen.

Beim Thema-CO hat sich seit August 2014 nichts erwähnenswertes Neues ergeben; so gelten immer noch die Ausführungen aus unserem letzten Heft 8; siehe dazu auch passend die nachfolgende Mitteilung des Pressekoordinators Herrn Dieter Donner, wozu ich überleitend nur noch die Überschrift setze –

SO SCHNELL KANN ES PASSIEREN:

Donner_2015-04-15Pipeline angesägt und erst Passanten entdeckten die Leckage – Fragezeichen bei den Verantwortlichen in Gladbeck

 Die Aufregung um die Pipeline-Leckage in Gladbeck ist zu Recht groß. Sicherlich ist es auch richtig, dass Ermittlungen nach dem Täter sofort gestartet werden.

Allerdings ist es genauso wichtig, jetzt die Überwachungssysteme der Pipeline-Betreiber zu hinterfragen. Weshalb wurde die Leckage durch Passanten und nicht unmittelbar durch die Betreiber entdeckt und gestoppt? So konnte dort, wie gemeldet, „bis zu 10.000 Liter hochgiftiges Methanol“ austreten und die umliegende Bevölkerung gefährden.

Wir und die Kläger gegen die Bayer-CO-Pipeline haben schon früh und zuletzt bei der Mega-Anhörung in der Grugahalle darauf hingewiesen, dass auch Pipelines für hochgiftige Stoffe, wie z.B. Methanol und Kohlenmonoxid (CO), kein geeignetes Transportmittel sind und schon gar nicht, wenn diese in der Nähe von Wohngebieten verlaufen.

Ein ähnlicher Vorfall wie in Gladbeck hätte bei einer mit CO betriebenen Pipeline verheerende Folgen gehabt. CO ist farblos, geruchlos, geschmacklos und für den Menschen nicht wahrnehmbar. Damit wäre eine Warnung durch „Spaziergänger“ unmöglich. Denn schon die kleinsten Mengen von 30 Millilitern, die Menge eines Schnapsglases, machen einen erwachsenen Menschen bewusstlos und würden den Tod von Kindern bedeuten.

Also nicht nur die Aufklärung des Täters oder der Täter ist gefragt. Auch die Abwägung von wirtschaftlichen Betreiberinteressen und den wohlbegründeten Gemeinwohlinteressen der  Menschen muss jetzt diskutiert werden.

Das Oberverwaltungsgericht hat in dem CO-Pipeline-Verfahren hierzu einen Vorlagebeschluss an das Bundesverfassungsgericht eingereicht, weil die Richter das Gemeinwohl in dem Verfahren nicht genügend berücksichtigt sehen. Die Entscheidung dazu steht ebenso noch aus wie der Termin.

Wir werden als Initiative anlässlich der Bayer-Aktionärsversammlung (am 27. Mai 2015 in der Messe Köln) die Aktionäre vor und in der Veranstaltung über den Stand des Verfahrens und den Finanz- und Imageschaden von Bayer mit einem Infoblatt, Redebeiträgen und einer Mahnwache informieren.

FRACKING

Für heute abschließend noch ein paar „bemerkenswerte“ Ausführungen zum Thema-Fracking – hier immer den allerersten Satz aus heutiger Einleitung unverrückbar  vorangestellt.

Leider nimmt das „Gewürge“ um klare Entscheidungen seitens der Politik in Richtung Ablehnung jeglicher Aktivitäten (also ebenfalls keine Probebohrungen) immer noch kein Ende, wobei es zuvor auch Zeiten gab, wo „unsereins“ sich zu diesem Thema relativ gut entspannen und beruhigen konnte.

Erst hü, dann hott, dann jein, kann man wohl klar der Rhetorik unserer Bundesumweltministerin zuordnen. Anfangs erklärt sie eindeutig, dass es diese Schiefergas-Fördermethode auf „absehbare“ Zeit nicht geben würde, dann definiert sie in ihrem Gesetzentwurf, dass die Förderindustrie ab 2019 Fracking beantragen könne … was soll das Ganze .. findet dann auf einmal keine Umweltzerstörung mehr statt?! Auf Nachfrage erklärt sie (hier innerhalb eines Interviews gegenüber der WAZ) „beantragen ja, damit ist ja längst nicht gesagt, dass der Antrag auch genehmigt wird; denn dann müssen sich ja auch noch die Bergbauämter und die Wasserbehörden im Einvernehmen befinden“.

Kommentar überflüssig, seine Meinung mag sich jeder dazu selbst bilden. Wie bekannt, gibt es derzeit leider nur 2 Parteien, die eindeutig dagegen sind. „Der Rest“ schwankt, jeweils auch innerparteilich. Dieses ist eigentlich nicht verständlich, denn definitiv wird sich niemand freiwillig „vor seiner Haustür“ in vollstes Risiko begeben und ggf. in verseuchtem Grundwasser baden, bzw. dasselbe trinken.

Also schlichtweg „Augen zu und durch“?! Letztlich liegt wohl alles an den regelmäßigen, millionenschweren Einnahmen (abhängig von den Fördermengen), welche die Kommunen von der Industrie / den Goldgräbern kassieren möchte!!

Zum Glück übersteigt die ständig wachsende Anzahl der „Druck-machenden“ Fracking-Gegner mittlerweile die Millionenschwelle.

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